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Wirtschaftssystem ohne Wachstumszwang ist erforderlich

CO2-Ausstoß steigt weltweit wieder an

(Düsseldorf/Münster) - Die globalen CO2-Emissionen steigern sich 2021 um fast 5% und näherten sich dem Höchststand von 2018-2019, so die Internationale Energieagentur (IEA)in ihrem Global Energy Review 2021. Für den Landesvorstand der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen ist dies ein deutliches Signal, dass sich der CO2-Ausstoß im Zuge der Pandemie vermindert hat. Im Anschluss ist jedoch ein deutlicher Zuwachs zu erwarten. „Es gibt in der Klimakrise keine Entwarnung! Vielmehr bedarf es entschiedener Anstrengungen, um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen.“ Die Maßnahmen der Bundesregierung und der EU reichen hierfür nicht aus und führen direkt ins Klimadesaster.

Die globalen CO2-Emissionen gingen 2020 um 5,8% oder fast 2 Gigatonnen CO2 zurück. „Die CO2-Emissionen gingen 2020 weiter zurück als der Energiebedarf, da die Pandemie die Nachfrage nach Öl und Kohle stärker als andere Energiequellen traf, während die erneuerbaren Energien zunahmen.“ so der Bericht. Dennoch blieben die globalen energiebezogenen CO2-Emissionen 2020 bei 31,5 Gigatonnen. Dies trug dazu bei, dass im Jahr 2020 mit 412,5 ppm CO2-Äquivalenten die höchste durchschnittliche jährliche Konzentration in der Atmosphäre erreichte. Das sind zum Vergleich etwa 50% mehr als zu Beginn der industriellen Revolution.

Im Jahr 2021 erwartet der Bericht eine weltweite Steigerung der energiebezogenen CO2-Emissionen um 4,8% zunehmen werden. Dies insbesondere, aufgrund des Anstiegs der Nachfrage nach Kohle, Öl und Gas. Der erwartete Anstieg von über 1 500 Mio. t CO2 wäre der größte Einzelanstieg seit der kohlenstoffintensiven wirtschaftlichen Erholung von der globalen Finanzkrise vor mehr als einem Jahrzehnt.

Die Entwicklung in den einzelnen Regionen stellt sich unterschiedlich dar.

 

Chinas Emissionsanstieg prognostiziert der Bericht bei rund 500 Mio. t CO2. Da der Energiebedarf und die Emissionen bereits im Jahr 2020 anstiegen, prognostiziert die IEA eine CO2-Emission in China im Jahr 2021 um 6% oder fast 600 Mio. t CO2 über dem Niveau von 2019. Vor allem fossilen Brennstoffe werden 2021 zu höheren CO2-Emissionen in China beitragen. Die Prognose sieht die Kohle dominiert und der Beitrag der Kohleverstromung hierbei bei 70%.

Für die USA wird eine steigende CO2-Emission erwartet, die jedoch 5,6% unter dem Niveau von 2019 und 21% unter dem Niveau von 2005 bleiben wird.

Für die EU dürften die CO2-Emissionen weniger steigen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die wirtschaftliche Erholung geringer sein wird als in anderen Teilen der Welt. Der erwartete Anstieg von 80 Mio. t CO2 im Jahr 2021 wird nur ein Drittel des Rückgangs im Jahr 2020 ausmachen. Die EU-Emissionen im Jahr 2021 werden somit bei 2,4 Gigatonnen liegen.

Der Rückgang der CO2-Emission in der EU ist somit nicht auf Klimaschutz-Maßnahmen, sondern auf die verzögerte wirtschaftliche Entwicklung in Europa zurückzuführen.

Für die ÖDP NRW wird damit deutlich, dass der derzeit aufgezeigte Rückgang einzig und allein auf die Pandemie zurückzuführen ist und anschließend in ein Wachstum, das diesen Rückgang ausgleicht, münden wird. Auch die EU wird die in der Pandemie erfolgte Reduktion der CO2-Emission nach diesem Bericht rasch wieder verlieren.

Die ÖDP NRW sieht durch Maßnahmen, die sich einzig und allein auf Klimaschutzmaßnahmen beschränkt, und nicht den negativen Einfluss unseres derzeit allein auf Wachstum ausgerichtetes Wirtschaftssystem berücksichtigt, keine nachhaltige Bekämpfung der Klimakrise. Hierfür ist nach Meinung der ÖDP NRW der Umbau unseres Wirtschaftssystems in ein am Gemeinwohl orientiertes Wirtschaftssystem ohne den negativen Wachstumszwang erforderlich. Ziel der ÖDP ist eine ökologisch-soziale Marktwirtschaft.

 

 

Die Grundsätze einer solchen Veränderung hin zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft wurde dieser Tage im Buch „Wirtschaft ohne Wachstumszwang“, Manifest einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft, Erschienen im Tectum-Verlag, veröffentlicht.

Rezensionsexemplare können  bei der ÖDP-Bundespressestelle unter  presseoedp.de angefordert werden.

 

Quelle: Global Energy Review 2021 der Internationalen Energieagentur (IEA)

https://www.iea.org/reports/global-energy-review-2021

 

 

(Bildquelle: Pixabay_Caniceus)